Wie ich 10 Jahre beim Sport dranblieb und was ich für die nächsten 10 Jahre gelernt habe

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Wie ich 10 Jahre beim Sport dranblieb

Am 26.12.2015 habe ich beschlossen, wieder mit dem Sport anzufangen. Ich habe den Neujahrsvorsatz seitdem 10 Jahre durchgezogen. Warum es eine Reise voller Höhen und Tiefen war, was meine größten Fehler waren und welche Herangehensweisen, Tipps und Tricks mir beim Dranbleiben halfen, darum geht es in diesem Beitrag.

Im ersten Teil dieses Blogposts beschreibe ich die Reise und im zweiten Teil will ich zusammenfassen, was mir bei meinen Zielen half oder im Weg stand. Abschließend geht es um meine Ziele für die nächsten 10 Jahre.

Warum war es eine Reise voller Höhen und Tiefen?

Ich habe in den letzten 10 Jahren mehr als tausend Workouts gemacht. Ich bin dabei oft gescheitert, oft an meine Grenzen gestoßen, habe aber nie aufgegeben. Aber fangen wir von vorne an:

Ich überlegte Ende 2015, was ich im kommenden Jahr verbessern könnte. Abnehmen, war meine Idee. Also fasste ich am Morgen des 26. Dezember den Entschluss, abzunehmen. Weil ich aber auch sehr ungeduldig bin, fing ich abends gleich mit Sport und der Diät an. Deshalb veröffentliche ich den Beitrag hier am 26. Dezember 2025.

Das damals populäre Buch „der 4-Stunden Körper“ von Tim Ferriss war der Ratgeber meiner Wahl. Mit der im Buch beschriebenen Slow-Carb-Diät nahm ich in 2 Monaten gut 8 Kilo ab. Gebratene Bohnen und unpanierte Putenschnitzel früh, mittags und abends bis ich das nicht mehr sehen konnte. Ich brach die Diät nach 2-3 Monaten ab.

Im März 2016 meldete ich mich in einem Fitnessstudio an, was auf dem Heimweg von der Arbeit lag. Ich ging anfangs 3x die Woche trainieren. Wie das so mit der Motivation ist, war ich mal mehr, mal weniger motiviert, zu trainieren. Ich blieb aber dran, auch wenn ich mit meiner Trainingsleistung unzufrieden war.

Im Dezember 2016 setzte ich mir das Jahresziel von 150 Workouts, die ich in 2017 schaffen wollte. Kraft- und Ausdauertraining im Fitnessstudio und Nordic Walking im Wald wollte ich 150 Mal machen. Das Ziel erreichte ich.

Dann habe ich mir 184 Workouts für das nächste Jahr als Ziel gesetzt. Jeden zweiten Tag Sport. Das habe ich auch geschafft. Für 2019 habe ich mir 200 Workouts pro Jahr vorgenommen. Auch dieses Ziel habe ich erreicht.

Und 2020 war mein Ziel, 250 Workouts zu schaffen. Das habe ich geschafft und bin auch trotz Corona gut durchgekommen. Ich hatte Kurzarbeit und durfte ja noch im Wald wandern. Teilweise war ich 4-5 Stunden pro Tag wandern. Eine Hantelbank mit Kurzhanteln hatte ich auch noch rumstehen.

2021 war allerdings die Luft raus. Es war Corona, es war Lockdown. Im Lockdown-Jahr, in 2020, im ersten Lockdown, da konnte ich mich noch dazu motivieren, als das Fitnessstudio zu war, in den Wald zu gehen und zu Hause zu trainieren. Im 2021 habe ich dann quasi den Mittelfinger ausgestreckt und habe es dann seingelassen.

Die Fitnessstudios öffneten wieder, Corona war offiziell vorbei, aber meine Trainingsroutine war hinüber. Seit dem 2. Lockdown bin ich schlecht wieder ins Training gekommen. Ich habe dann die Fitnessstudio-Mitgliedschaft gekündigt. Ein Jahr später, habe ich mich in einem anderem Gym wieder angemeldet. Ich war dort eher Fördermitglied als ein regelmäßiger Stammgast.

2025 war ich vielleicht 15-20 mal im Fitnessstudio. Immerhin war ich sehr oft wandern.

Was half mir über die Jahre beim Dranbleiben?

Heute, zehn Jahre nach meinem Entschluss, schaue ich zurück und will rekapitulieren und schauen, was die Prinzipien und Hilfestellungen sind, die mich dazu beflügelt haben, tausende Workouts zu machen. Was ich einmal geschafft habe, kann ich wieder schaffen.

Vorwärts scheitern und neue Wege gehen

Das ist für mich das wichtigste Prinzip. Scheitern hat für viele einen negativen Beigeschmack. Deshalb versuchen die meisten das Scheitern zu vermeiden, indem sie wenig ausprobieren oder gar nicht erst anfangen.

Ich probiere gerne neue Sachen aus. Auch außerhalb vom Sport. Ich denke mir, meine bisherige Denkweise und meine bisherigen Handlungen haben mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Wenn ich mit etwas in meinem Leben unzufrieden bin, dann muss ich etwas ändern, also neue Wege gehen.

Aus Fehlern lernen und es besser machen

Das zweite Prinzip leitet sich vom ersten ab. Wir alle machen Fehler:

  • nicht richtig aufgewärmt vorm Sport
  • Auf Leute gehört, die nicht die Ergebnisse haben, die man sich wünscht
  • Nächtliche Fressorgien
  • mit kalorienhaltigen Getränken anzufangen
  • Und viel mehr

Fehler gehören zum Prozess dazu. Wichtig ist aber, aus den Fehlern zu lernen und es dann besserzumachen.

Ein festes Jahresziel für meine Workouts zu setzen

„Komm‘ ich heut‘ nicht, komm‘ ich morgen“ war nie meine Devise. Ich habe mir bis 2020 feste Jahresziele gesetzt, die ich dann verfolgt habe. Ich war immer hinterher, meine gesetzten quantitativen Ziele zu erreichen.

Meine Workouts tracken

Ich verwendete über die Jahre verschiedene Tools, um meine Workouts zu tracken:

  • Fitocracy
  • The X-Effekt
  • das Posten meiner Workouts auf Twitter.

Die 3 Tools habe ich zeitweilig nebeneinander genutzt. Angefangen habe ich mit Fitocracy, einem Social Network für Sportler, die dort ihre Workouts gepostet haben. Das Netzwerk gibt es mittlerweile nicht mehr, es hat mir am Anfang sehr geholfen.

Ein paar Monate später stieß ich auf The X-Effekt bei Reddit. Das Prinzip ist recht einfach, aber wirkungsvoll: Der Theorie nach braucht es 49 Tage, um eine Gewohnheit zu etablieren. Man unterteilt ein Blatt Papier mittels 8 waagerechten und 8 senkrechten Strichen in 49 Kästchen. Jedes Kästchen steht für einen Tag, an dem man eine Gewohnheit ausübt, die man einführen will.

Ich kam nach dem ersten Jahr auf die Idee, mich öffentlich bei Twitter zu committen und zu posten, wann ich ein Workout machte. Mittlerweile gibt es den Twitter-Account nicht mehr. Das regelmäßige Posten meiner Workouts half mir über die Jahre sehr beim Dranbleiben.

Atomic Habits von James Clear

Das Buch Atomic Habits von James Clear habe ich 2018 oder 2019, vor dem großen Hype um das Buch gelesen. Das und einige andere Bücher halfen mir beim Feintuning meiner Workout-Routinen.

Mir Sportkleidung nur für Sport zu kaufen

Als ich mit Anfang 20 das erste Mal abnahm und mit dem Sport begann, las ich von einem Tipp, den ich auch bei meinem 2 Anlauf beherzigte: Sportklamotten nur für den Sport zu kaufen und nur beim Sport zu tragen. Natürlich habe ich auch andere Jogginghosen für zu Hause, aber mir half der Tipp sehr, weil ich einen klaren Übergang vom Alltagsleben mit Alltagskleidung zum Sport mit hochwertiger Sportkleidung hatte. Ich verwende auch ein spezielles Waschmittel nur für meine Sportsachen.

Pläne und Ziele für die nächsten 10 Jahre

Gerade bin ich sportlich im Tief und es läuft gar nicht beim Sport. Seit 2021 habe ich keine regelmäßige Workout-Routine mehr. Ich habe nie wirklich aufgehört und habe immer ein paar mal im Monat Sport gemacht, aber die Regelmäßigkeit fehlt mir schon.

Ja, ich weiß, im Internet stellen sich alle als Gewinner dar, ich bin aber lieber ehrlich und schildere Erfahrungen, als den großen Zampano zu machen, der ich nicht bin.

In den letzten 10 Jahren, insbesondere in den letzten 3 Jahren nahm ich insgesamt etwa 10 Kilo zu. Mein festes Ziel bis Dezember 2035 ist es, diese Pfunde und 10 weitere Kilo wieder loszuwerden.

Vorsatz fürs neue Jahr

Im Jahr 2026 will ich 150 Workouts machen, die jeweils mindestens 15 Minuten dauern. Ich will klein anfangen und die Tools, die ich bereits vor 10 Jahren angewandt habe, wieder anwenden. Außerdem richte ich in meiner neuen Wohnung, die ich im Januar ’26 beziehe, einen Yoga- und Sportraum ein, auf den ich mich schon regelrecht freue.

Veröffentlicht am 26.12.2025 in der Kategorie Blog

Jan Hacke mit blauer Jacke

Über den Autor

Jan Hacke

Hi, ich bin Jan.

Ich trinke gern Tee, lese Bücher, wandere und beschäftige mich mit dem Zettelkasten

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