Was ist normal?

To be normal is the aim of the unsuccessful.

Karl Gustav Jung

Ich dachte oft, was ich kann kann jeder. Für mich war es normal den Linux-Kernel selbst zu kompilieren. Der Großteil der Menschen ist mit Windows schon überfordert.

Der Standard Kernel genügte nicht meinen Ansprüchen. Weder Luks noch LVM2 unterstützte er. Also nahm ich mein Glück und mein Können selbst in die Hand und kompilierte den Kernel.

Für mich ist es normal, viele Bücher zu haben. Was mich weiter bringt kommt ins Bücherregal. Andere Menschen schauen irgendwelche Trash-Shows im Fernsehen und ich lese gern Bücher bei einer großen Tasse Kakao.

Für mich ist es normal, abends nach 8 ins Gym zu gehen und mir 150 Kg auf die Beinpresse zu packen. Eines Tages laberte mich in der Umkleide einer voll, wieso ich erst jetzt ins Gym komme. Weil ich nach 8 im Gym meine Ruhe hätte sagte ich. Gar nicht auf ihn bezogen. Er nahm es persönlich.

Für mich ist es normal, mich weiterzuentwickeln. Ich will nicht stehenbleiben. Deshalb treffe ich mich jeden Donnerstag Abend mit meiner Online-Mastermind.

Für den Großteil der Menschheit in der westlichen Welt ist es normal, schlecht gemachtes auf niedere Instinkte angelegtes Fernsehen zu konsumieren. Für mich ist es das nicht. Bin ich deshalb nicht normal?

Wenn jemand sagt, „du bist nicht normal“, dann denkt er, er sei normal und du nicht. Dabei denkst du: der der mich als nicht normal bezeichnet ist doch selber nicht normal?

Mit dem Satz „du bist nicht normal“ drückt jemand aus, dass du bitteschon aus sein Niveau kommen sollst. Zwischen den Zeilen bedeutet das: du sollst das Leben leben, das er führt. Du sollst die Dinge machen, die er macht, um seine Zustimmung zu bekommen.

Das Leben der anderen interessiert mich nicht. deshalb juble ich nicht beim Fussball, deshalb schaue ich keine Reality-shows, deshalb schaue ich keine Nachrichten, deshalb schaue ich kein TV und höre privat kein Radio.

Die meisten Menschen sind so darauf aus, den anderen zu gefallen, in der Masse mitzuschwimmen und mitzuspielen, dass sie nicht ihr eigenes Leben leben. Sie sind nur eine schlechte Kopie der anderen.

Jeder will anders sein aber bitte nicht ganz so anders wie die anderen und schon gar nicht gleich.

Das sieht man beispielsweise an der Auto-Tuning-Szene. An stinknormalen Scheißautos werden glänzende Felgen rangeschraubt. Ein lauter Auspuff und ein anderes Radio, schon ist man wer. Die Autos sehen trotzdem für außenstehende gleich aus. Nur mit mehr Glanz.

Ins Berliner Berghain, dem Club mit der härtesten Tür der Welt stehen die Chancen besser mit schwarzer Kleidung reinzukommen. Hast du ein Rotes T-Shirt an, bist du raus. Im Klub feiert sich die vermeintliche Elite, dass sie anderes ist. dabei sehen alle gleich aus. Wie eine Schafherde.

Hi, ich bin Jan.

Menschen- und Computerverstehenwoller, Teetrinker, Hobbysportler, Wohnzimmer-DJ, Bücherwurm und Sofaraver sind die Vokabeln, die mich beschreiben.

Ich arbeite in einem mittelständigen Metallbetrieb und habe 2020 meine Fortbildung zum Industriemeister Mechatronik abgeschlossen.