Ich schrieb 1.111 Journaleinträge – das passierte

1.111 Journal-Einträge.

Mehr als 150.000 Worte.

Unzählige Erkenntnisse.

Wahnsinn.

Hat das Journaling etwas gebracht?

Was habe ich durch das journalen gelernt?

Hat mich das Journaling verändert?

Was kannst du davon vielleicht mitnehmen/lernen?

Darum soll es in diesem Beitrag gehen.

Ich organisierte mich besser

ToDo-Listen haben einen großen Stellenwert in meinem Journal. Wenn ich eine Idee habe, die ich umsetzen will oder vielleicht auch erst später machen kann, dann schreibe ich sie ins Journal, statt sie wieder zu vergessen.

Auch wenn es darum geht, neue Ideen reifen zu lassen, dann passt ein Journal sehr gut. Pro und Contra abwägen und schließlich zu einer Entscheidung kommen. Diese ist dann auch noch schwarz auf weiß.

Ich legte Berührungsängste ab und begann etwas neues

Tagebuchschreiben? Bin ich nicht etwas alt dafür? Das fragte ich mich, als ich zum ersten Mal über Journaling in einem Selfimprovemet-Blog las. Als ich in dem Artikel dann erfuhr, wer alles so ein „Tagebuch“ also Journal führt wurde ich hellhörig. Warren Buffet, Bill Gates, Marcus Aurelius und viele andere erfolgreiche Menschen schrieben ihre Gedanken, Plane oder Ziele in ein Journal.

Ich gab mir einen Ruck und begann.

Der Fakt, dass der Mensch nur sehr wenig Gedanken gleichzeitig bewusst verarbeiten kann, bestärkte mich in meinem Unterfangen. In ein Journal passen schließlich Millionen Gedanken, die man auch noch isoliert betrachten kann.

Ich lernte, beim Journaling dranzubleiben

Die 1.111 Einträge schrieb ich nicht an einem Stück. Mein erster Eintrag stammte vom Februar 2013. Dazwischen gab es viele Pausen

Anfangs hatte ich keinen Draht zum Journaling gefunden. Ich begann und dann lag das Journal auch mal wieder monatelang brach. Nach und nach wurden die Pausen kleiner. In den letzten zwei Jahren schrieb ich beinahe täglich Journal.

Die Routine des Journalings musste ich erst entwickeln.

Ich erkannte immer mehr, was ich wollte und was nicht.

Bevor ich mit dem Journaling begann, bin ich weniger zielstrebig durchs Leben gegangen. Ich war nicht unerfolgreich. Ich hatte ein Leben mit Höhen und Tiefen, wie viele Menschen. Ich hatte einen normalen Job, eine normale Wohnung und eine handvoll guter Freunde.

Jedoch hatte ich das Gefühl, ich machte nicht das, was ich wirklich im inneren wollte. Zum Beispiel begann ich, mich fortzubilden und besuchte eine Industriemeisterschule, die ich im Oktober 2020 mit dem Abschluss „Industriemeister Mechatronik“ erfolgreich beendete. Die Idee zur Fortbildung wurde in meinem Journal geboren.

Ich blieb beim Sport besser dran.

Ich und Sport – eine ewige Baustelle…

Das Commitment mit mir selber und Verbindlichkeit des Schriftlichen pushte mich zum Sport. Über lange Zeit war ich regelmäßig 3 mal pro Woche im Fitnessstudio. (aktuell isses zu(stand Juni 2021)) In diesen Zeiten bin ich sehr oft im Wald wandern.

Wenn ich den Sport geskippt habe, hatte ich mir die unangenehme Frage „Warum bin ich heute nicht zum Sport gegangen?“ gestellt. Teilweise hatte ich gute Ausreden parat. Gute Ausreden im Sinne von: sie haben gut funktioniert. Als ich mir vor der nächsten Sporteinheit wieder Ausreden und Geschichten erzählen wollte wusste ich durch die Journal-Einträge, dass ich mir Käse erzählte.

Für jemanden, des noch nie Journal führte, mag sich das seltsam anhören. Die inneren Dialoge, die uns von unseren Zielen fernhalten, haben wir alle. Im Journal habe ich sie mir bewusst gemacht.

Ich lernte Bücher besser zu verstehen

Ich journalte viel über die Bücher, die ich las. „Wie kann ich das gelesene für mein Leben anwenden?“ war eine der Fragen, die ich mir stellte. Ich ging auch in den Dialog mit dem Autor. Ich fragte ihn, was er mir sagen wolle, widersprach ihn oder ergänzte seine Aussagen. Die wichtigsten Zitate und Schlüssel-Punkte fanden den Weg in mein Journal.

Bevor ich mich schriftlich mit Büchern im Journal beschäftigte, las ich Sachbücher wie Unterhaltungsliteratur. Natürlich hatte ich das Ergebnis, dass ich mir fast nichts merkte und noch weniger für mein Leben anwandt. Vertane Zeit.

Ich wurde geduldiger mit mir

Ich merkte beim Journaling, dass ich nicht alles auf einmal ändern kann. Viele Verhaltensweisen haben sich über die Jahre eingeschliffen. Diese kann man nicht von heute auf morgen über den Haufen werfen, (auch wenn einige Tschacka-Motivations-Coaches oder -Speaker etwas anderes erzählen).

Ich wurde mir einiger Verhaltensweisen bewusst und begann diese zu ändern. Dieser Weg ist sehr zäh. So musste ich mich in Geduld üben. Und ich wurde geduldiger.

Ich wurde zufriedener

Ein Dankbarkeitsjournal ist eine sehr bekannte Form des Journalings. Als ich mit dem Journaling begann, war die Dankbarkeit mein erster Fokus. Ich schrieb ich jeden Abend auf, wofür ich an dem Tag dankbar war. Das waren oft kleine Dinge. Ein nettes Gespräch im Supermarkt, schönes Wetter oder auch, dass ich ein gutes Workout machte.

Das Wertschätzen der kleinen Dinge machte mich zufriedener mit dem was ich habe.

Ich sah und feierte Fortschritte und wurde auch selbstbewusster

„Eigenlob stinkt!“

Meine ehemalige Kindergärtnerin

Die giftigsten 2 Worte, die dein Selbstbewusst sein ruinieren. Wie soll man Selbstbewusst sein aufbauen, wenn mein sich seiner Erfolge nicht bewusst werden darf? Wenn man nicht feiern darf? In meinem Journal hat Eigenlob viel Platz. Ich freue mich über meinen Fortschritt. Ich habe es schließlich geschafft.

Ich wurde motivierter

Meine Fortschritte im Journal zu sehen wirkt sehr motivierend auf mich. Wahnsinn, was ich alles geschafft habe…

Wie bei vielen Menschen auch waren mir meine Erfolge zu selbstverständlich geworden. Es ist für mich normal, 3-4 mal in der Woche Sport zu machen. Für die meisten Leute nicht.

Wenn ich lese, dass ich im letzten Jahr 10 bis 12 Kilometer nordic walken war, dann will ich das wieder machen und einen obendrauf setzen.

Fazit

Journalen brachte mir viele Vorteile: Klarheit, Motivation, Selbtsrefelktion. Es ist für mich immer wieder spannend, beim Rückblick ins Journal zu sehen, wie ich Herausforderunengen meisterte und auch zu Entscheidungen kam.

Werde ich weiter journalen?

Natürlich!

Auf die nächsten 1111 Einträge!

Hi, ich bin Jan.

Menschen- und Computerverstehenwoller, Teetrinker, Hobbysportler, Wohnzimmer-DJ, Bücherwurm und Sofaraver sind die Vokabeln, die mich beschreiben.

Ich arbeite in einem mittelständigen Metallbetrieb und habe 2020 meine Fortbildung zum Industriemeister Mechatronik abgeschlossen.