Es gibt so Aktivitäten in meinem Leben, bei denen ich mich frage: „Warum mache ich das nicht öfters?“.
Besonders, wenn ich die Aktivität mache und dabei voll aufgehe, frage ich mich oft: „Warum mache ich das nicht öfters?“. Warum gehe ich nicht öfters in den Wald? Warum gehe ich nicht öfters zum Sport? Warum, höre ich nicht öfters Podcasts?
Diese Aktivitäten machen mir tatsächlich Spaß, bringen mir Freude und lenken mich von meinem zum Teil stressigen Alltag ab. Heute war wieder so ein Moment, wo ich mich fragte, warum ich nicht öfters Podcast hören würde?
Heute habe ich einen Podcast von Anna Koschinski über Entspannung gehört. Anna hat diesen Podcast im Fediverse geteilt. Beim Gemüse-Schnibbbeln und Kartoffel-Schälen habe ich ihn dann gehört und auch 2-3 Stichpunkte gemacht.
Über diese Notizen will reflektieren.
Entspannung ist eine Entscheidung, kein To-do
Ein Punkt war: Eine Entscheidung für die Entspannung ist eine Entscheidung gegen alles andere. Eine Entscheidung für die Entspannung ist eine Entscheidung für sich selber.
Den Satz: „Jedes „Ja“ impliziert ein „Nein““ kenne ich schon länger. Ich habe ihn vor 4 Jahren in meiner Mastermindgruppe gepostet, wo ich das Bild hier wieder rausgefischt habe:

(Bildquelle: Screenshot vom Instagram-Account von Scott H. Young)
Und Entspannung ist für mich eine Entscheidung, allerdings keine To-do. Eine To-do für mich ist etwas, wo man sich dann auch schlecht fühlt, wenn man sie nicht erledigt hat. Eine Entscheidung ist für mich mit der Energie „Ich mache das jetzt!“ verbunden.
Eine Entscheidung ist für mich etwas, wo ich jetzt in diesem Moment fest davon überzeugt bin, dass sie richtig und wichtig ist. Eine ToDo ist eher eine von außen draufgedrückte Aufgabe. Ein „ich „sollte“ mal…“. Ein „Ich „müsste“ mal“. Ich „sollte“ abnehmen. Ich „müsste“ meine Steuererklärung machen.
„Ich will das und ich mache das jetzt!“, ist eine Entscheidung in meinen Augen. Anna entscheidet sich, von zu Hause auszubrechen und an ihren juniorfreien Tagen woanders hinzugehen, zu ihrem Freund oder zu ihren Freunden. Zu Hause sieht sie ihre Baustellen. Woanders eben nicht.
Ein ähnliches Muster sehe ich bei mir. Bei mir zu Hause sehe ich auch meine Baustellen, meine ToDo’s, meinen Haushalt, der gemacht werden muss, meine Verpflichtungen.
Und wenn ich von zu Hause weg bin, etwa im Wald, bei Freunden, aber auch auf der Arbeit, sind meine To-do-Listen weit weg.
Es ist nicht entspannend, wenn deine Meditationsapp dich erinnert: „Du müsstest jetzt entspannen.“ Also, dass sie dir jeden Tag zu einer bestimmten Zeit sagt: „Du musst jetzt meditieren.“ Das ist nicht entspannend. Entspannend ist das, wenn man Lust auf diese Aktivität hat.
Entspannung ohne Ziel
Anna sagt in dem Podcast sinngemäß, dass, wenn man sich zum Ziel setzt, sich zu entspannen, etwa: „Ich muss ein Buch lesen, um zu entspannen!“ Oder: „Ich muss jetzt Yoga machen, um zu entspannen“ oder „Ich muss mich jetzt meditieren, um zu entspannen“, dann ist das nicht entspannend.
Entspannend ist es, einer Aktivität ohne messbaren Ziel nachzugehen.
Entspannung kommt, wenn man im Moment ist, wenn man in dem Moment sich auf diese eine Sache, die man gerade macht, fokussiert. Sei es wandern, puzzeln oder auch duschen. Duschen ist eine Sache, die mir heute eingefallen ist, als Anna gefragt hat, welche Wege ich mir einfallen würden, um Entspannung zu haben.
Nach der Arbeit eine Dusche ist mir wichtig, um zur feierabendlichen Entspannung überzuleiten.
Eine Sache, die mir auch besonders geholfen hat, mich zu entspannen, ist die Dankbarkeitsmeditation. Mich einfach mal zwölf Minuten hinzusetzen und dankbar zu sein für all das, was ich habe, für all das, was ich bin, für all das, was mir passiert ist, für all das, wo ich lernen konnte, für all das, was mir Freude bereitet hat. Auch für den Spaß, den ich hatte. Dankbarkeit für meine Fähigkeiten und Freunde.
Die Dankbarkeitsmeditation hilft mir sehr. Allerdings erkenne ich auch hier, dass ich eine Umzu-Meditation mache. Ich meditiere, um dankbar zu sein. Ich meditiere, um später erholt und fokussiert von der Meditation aufzustehen. Ich meditiere weniger für mich.
Journaling als Entspannungsmethode
Eine weitere Sache, die mich entspannt, ist das Journaling. Ich schreibe viel Tagebuch und schreibe viel Gedanken über mein Leben auf.
Beim Journaling schreibe ich einen Stream of Consciousness. – Ich schreibe einfach auf, was mir in den Sinn kommt.
Den Tag über schreibe ich einen Daily Log. – das heißt, ich tracke meinen Tag und schreibe auf, was gerade passiert. So vermeide ich ein Leben auf Autopilot.
Wenn mir danach ist, mache ich auch Check-Ins, um aufzuschreiben, was in mir vorgeht.
Für mich funktionieren wenige Journaling-Techniken. Viel zu selten aber verwende ich Journaling-Prompts.
Die Notizen, die ich zu der Podcast-Episode von Anna gemacht habe, habe ich in gewisser Weise auch als Journaling-Prompts hergenommen. Dieser Beitrag hier ist nicht so persönlich, dass ich ihn nur in meinem Journal schreibe, sondern ich schreibe ihn auch öffentlich im WordPress-Dashboard.
Was mache ich (zukünftig mehr), um zu entspannen?
Was kann ich in meinem eigenen Leben mehr machen, um zu entspannen, ist eine Frage, die Anna in ihrer Episode am Ende aufgeworfen hat.
Eine Idee ist, zu Hause meine Baustellen nicht zu sehen. Es kann sein, dass ich in den Wald gehe. Das kann auch sein, dass ich eine profane Aufgabe auf meiner Arbeit erledige. Kochen ist auch Entspannung für mich. Das mache ich zu selten. Duschen nach der Arbeit, Badewanne am Sonntag. Aber auch tägliche Meditation. Auch wenn es nur eine Umzu-Meditation ist, meditiere ich doch gerne. Vielleicht meditiere ich ja irgendwann mal richtig 😉 Journaling ist entspannend. Treffen und Telefonate mit Freunden sind sehr entspannend für ich. Das sind alles Sachen, die entspannend sind. Und davon will ich zukünftig mehr machen und mich weniger dabei fragen: „Warum machst du das eigentlich nicht öfters?“

