10 Jahre als DJ

0 Kommentare

10 Jahre als Dj

Vor 10 Jahren im Januar bestellte ich zum ersten Mal in meinem Leben DJ-Hardware. In diesem Beitrag schaue ich auf verschiedene Aspekte meines DJ-Daseins zurück. Bereit? Let’s go!

Ich war damals 37. Ein Alter, wo man andere Lebenspläne haben sollte. Mir war’s und ist es heute noch egal.

Screenshot meiner Bestellung meiner DJ-Hardware bei Amazon

Einfache Hardware von Native Instruments mit der zugehörigen Software Traktor Pro brachte der Paketdienst. Ob das Auflegen etwas für mich ist, war meine Frage, die ich mir damit beantworten wollte. 3 Tage nach Ankunft veröffentlichte ich meinen ersten Mix im Internet. First Steps hieß mein erster Mix:

Screenshot - First Steps von Jan Hacke

Ich hatte niemanden, der mir zeigte, wie man auflegt. Ich hatte nur das Buch „Traktor2 Bible“, welches nur die Software erklärte. Mir war das Buch zu detailliert, also lernte ich das Mixen und den Umgang mit der Software auf eigene Faust. Mein Anspruch war, dass sich meine Übergänge so anhören, wie die Livesets und DJ-Mixe, die ich den ganzen Tag höre. Also übte ich sehr oft.

Warum ich Traktor Pro gewählt habe

Bereits 2003 hatte ich mit Traktor 1 am Röhrenmonitor rumexperimentiert und erste Erfahrungen gesammelt. DJ-Pulte für die Software gabs damals nicht, das wurde erst später entwickelt. DJ Hell’s Mix-CD Electronicbody-Housemusic, die damals mit Traktor 1 gemixt wurde, brachte mich dazu, mich auch an Traktor selbst zu versuchen.

Weil ich 15 Jahre zuvor schon gute Erfahrungen mit Traktor Pro 1 gemacht hatte, wählte ich auch wieder die Software. Es war mir egal, dass der Musikindustrie-Standard Pioneer-Hardware war und noch heute ist. Mir war wichtig, dass auch DJ-Größen wie Chris Liebing Traktor nutzten.

Mir war auch der günstige Preis wichtig. Hätte ich den Industriestandard Pioneer gewählt, hätte ich sicher mehr als 5.000 Euro investieren müssen. Dafür, dass ich am Anfang meines Hobby’s stand, war das einfach utopisch viel.

Ein weiterer Grund für den Kauf war, dass die Hardware sehr platzsparend angelegt ist. Auch die Verkabelung ist sehr übersichtlich: 2x Chinch zur Hifi-Anlage, 1x Usb zum Laptop und schließlich die Stromversorgung – mehr braucht es nicht.

Wie ich zu meinem Musikstil kam

Wie gesagt, hatte ich vorher kaum Erfahrung mit Auflegen. Ich höre sehr breit. Von Darkwave zu Hardstyle zu House über Techno zu Elektro bis zu Trance. Ich habe verschiedene Stile ausprobiert und bin bei Elektro hängengeblieben. House war mir zu fluffig und Techno zu heftig. Der Bam-Tschuk-Bam-Elektro, der hats mir angetan.

Ich hatte wenig Ahnung von Künstlern und Labeln. Mich da reinzunerden war nie mein Ding. Ich hörte ja immer, was andere DJs auflegten. Die kannten sich aus und hatten immer den heißen Scheiß am Start. Jetzt war ich selbst DJ und kannte kaum Namen von Labels und Leuten, die Musik machten. Sicher, früher beim CD-Hören habe ich das Booklet durchgelesen, das geht ja bei den MP3-Mixen im Internet schlecht.

Ich fing an, MP3’s zum Auflegen bei Bandcamp, Beatport oder Clone zu kaufen. Bei Bandcamp werden die Tracks zu einer für jedem sichtbaren Collection hinzugefügt.

Soundcloud Pro zum Veröffentlichen

Anfangs veröffentlichte ich meine Mixe auf verschiedenen Plattformen. Nach ein-zwei Jahren konzentrierte ich mich beim Veröffentlichen auf Soundcloud und baute mir eine Followerschaft von mehr als 200 Leuten auf. Wenn man bedenkt, in welch einer kleinen Nische ich unterwegs bin, ist das bemerkenswert.

Ich blieb bei Soundcloud hängen, weil es dort eine aktive Elektro-Community gab. Bei anderen Plattformen war ich mit meinem Stil gefühlt der einzige. Ich habe bei SC einen Pro-Account, der mir auch gute Statistiken ausgibt. Ich bin tatsächlich immer wieder überrascht, dass Leute meine Mixe sehr oft wiederholt anhören.

SoundCloud-Statistiken

Artwork

Anfangs hatte ich überhaupt kein Cover für meine Mixe erstellt. Ich fotografierte einfach auf dem Bildschirm die Playlist von meiner Software. Nach und nach lernte ich auch den Skill, ein Cover für meine Mixe zu gestalten:

Screenshot Soundcloud-Mixe von Jan Hacke

Was hat sich für mich verändert?

Ich bemerke ein besseres musikalisches Gehör. Weil ich beim Auflegen genauer und aufmerksamer hinhören muss, höre ich auch im Alltag Musik intensiver. Sei es im Radio, auf der Arbeit oder sonstwo. Allerdings höre ich auch Mixfehler deutlicher.

Ich sehe auch immer mehr, dass ich sehr dunkel, sehr dark und sehr düster auflege. Ich weiß nicht, woher das kommt, denn ich sehe mich als lebensfrohen Menschen. Ich hatte mal ein Album mit dem Titel „only the machines will know who you are“ in der Hand. Ich denke, das trifft es gut. Vielleicht kennen mich die Maschinen besser als ich mich selbst? Dunno.

Meine musikalischen Pläne

In den letzten Monaten ist es sehr still um meine Musik geworden. Ich lege zwar noch ab und zu auf und veröffentliche vielleicht einmal im Jahr einen Mix, aber mein Output könnte höher sein. Meine Prioritäten im Leben liegen grad woanders. Ob sich das wieder ändern wird? Wir werden sehen…

Veröffentlicht am 07.02.2026 in der Kategorie Blog

Jan Hacke mit blauer Jacke

Über den Autor

Jan Hacke

Hi, ich bin Jan.

Ich trinke gern Tee, lese Bücher, wandere und beschäftige mich mit dem Zettelkasten

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit markiert

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}